Freundeskreis gibt jungen Historikern eine Bühne

,
Freundeskreis gibt jungen Historikern eine Bühne

Schüler des Jacobson-Gymnasiums berichten über Seesener Geschichte

Der Freundeskreis Städtisches Museum lädt zur ersten Veranstaltung des Jahres 2016 ins Museum ein. Am Sonntag, 17. Januar 2016, 11 Uhr, werden Schülerinnen und Schüler des Jacobson-Gymnasiums Seesen, die beim Geschichts-Wettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurden, über die Seesener Geschichte berichten.

In einer Power-Point-Präsentation rufen sie Schicksale von Menschen in Erinnerung, die in verschiedenster Weise mit unserer Heimatstadt verbunden sind oder waren.
Bei dem Geschichts-Wettbewerb handelt es sich um den größten historischen Forschungs-Wettbewerb in Deutschland, der 1973 vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und dem Stifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen wurde.
Die Körber-Stiftung verfolgt den Themenschwerpunkt: „Erinnerung schafft Zukunft“. Es sollen Kinder und Jugendliche angeregt werden, selbständig den historischen Spuren aktueller Probleme nachzugehen.
Alle Schülerinnen und Schüler, die den Vormittag im Museum gestalten werden, besuchen die 8. Klasse des Gymnasiums. Die Forschungsfragen haben sie aber bereits in der 7. Klasse unter der Leitung ihres Geschichtslehrers und Tutors Wilfried Reimer geschrieben.
Luna Hagemann und Svea Gorny haben sich mit dem Thema: „Ruth Groene – Außenseiterin aufgrund ihrer jüdischen Abstammung?“ auseinander gesetzt. Der Vater von Ruth Groene, Erich Kleeberg, war Jude und Schüler des Seesener-Gymnasiums. Er lebte später in Hannover, wo auch Ruth Groene aufgewachsen ist.
Josephine Conrad und Jana Grotelüschen befassen sich mit dem Thema: „Wie hat Leni Markus damit gelebt, dass sie als Jüdin ausgegrenzt war?“ Leni Markus war Jüdin und Schülerin des hiesigen Gymnasiums. Sie emigrierte in die USA.
Diese beiden Teams haben einen „Förderpreis“ beim Geschichts-Wettbewerb des Bundespräsidenten erreicht.
Lina Buchberger spricht über das Thema: „Wurde Familie Nussbaum aufgrund ihres jüdischen Glaubens ausgegrenzt?“
Im Mittelpunkt steht jedoch Frederic Müller vom Jacobson-Gymnasium, der sich mit seiner Forschungsarbeit zum Thema: „Anders sein, Außenseiter in der Geschichte“ beteiligt hatte und den Landessieg in Niedersachsen errang.
Die Preisverleihung fand im Interimsplenarsaal des Landtages in Hannover statt. In einem sehr feierlichen Rahmen würdigten Anja Paehlke von der Körber-Stiftung und Landtagspräsident Bernd Busemann die Landessieger. Frederic Müller hatte mit einer 30-seitigen Arbeit teilgenommen, die den Titel trug: „Vom armen Flüchtlingsjungen zum angesehenen Bäckermeister“.
Der „Beobachter“ berichtete am 6. Oktober 2015: Frederic Müller beschäftigte sich mit dem Lebensweg seines Großvaters nach dem Krieg bis in die Gegenwart. Er beleuchtet darin durch mehrere Zeitzeugeninterviews die Schwierigkeiten und Chancen, die bei einer Integration entstehen können.
Unter dem hochaktuellen Aspekt der heutigen Herausforderung der Integration flüchtender Menschen wurde ein Abschnitt aus Frederics Arbeit bei der Verleihung besonders hervorgehoben. In diesem schreibt er: „Rückblickend hat mir die Auseinandersetzung mit diesem Thema deutlich vor Augen geführt, welch unmittelbaren Einfluss die Kommunikation innerhalb einer Gesellschaft hat und sich auf die Lebensumstände des Einzelnen auswirkt“.
Die Matinée findet um 11 Uhr im Städtischen Museum statt. Der Eintritt ist wie immer frei, eine kleine Spende für die Arbeit des Freundeskreises wird jedoch gern angenommen.

Fähigkeiten

Gepostet am

August 30, 2016

Pin It on Pinterest

Share This