Freundeskreis besucht Steinway & Sons

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Freundeskreis besucht Steinway & Sons

23 Seesener machten sich auf den Weg nach Hamburg

Die dritte Veranstaltung des Freundeskreises Städtisches Museum war eine Busfahrt zur Pianofabrik „Steinway & Sons“ in die Freie und Hansestadt an der Elbe. 1836 hatte der Tischler Heinrich Engelhard Steinweg seinen ersten Flügel heimlich in seinem Wohnhaus in Seesen gebaut. Dies Instrument erhielt die legendäre Bezeichnung „No. 1“ und ging als sogenannter „Küchenflügel“ in die Geschichte ein. Der Tüftler und Perfektionist hatte dabei mehrere neue Ideen in dieses Instrument einfließen lassen, die die Klavierwelt in Erstaunen versetzten. Es waren Entwicklungen, die – in den Folgejahren und Jahrzehnten kontinuierlich weiterverfolgt – zu Meilensteinen des Klavierbaus wurden.

1850 wanderte Heinrich Engelhard Steinweg mit seiner Familie in die USA aus und nahm dort den Namen Henry E. Steinway an. 1853 machten sich die Steinways in New York selbständig und gründeten eine Firma mit dem Markennamen „Steinway & Sons“. Mit Flügeln und Klavieren festigte das Unternehmen seine Spitzenposition und trat einen Siegeszug rund um die Welt an. Neben New York wurde 1880 eine zweite Fabrik in Hamburg eröffnet.
Der Mythos Steinway und mit ihm der Anspruch, das bestmögliche Klavier zu bauen, wurden in Seesen geboren. Diesem Umstand und der traditionellen engen Verbundenheit der Firma Steinway mit der Harzstadt ist es zu verdanken, dass immer wieder Besuchergruppen aus Seesen gern gesehene Gäste in Hamburg sind. 179 Jahre nach dem Klavier „No. 1“ machten sich nun erneut 23 Interessierte auf, im Rahmen einer Werksbesichtigung, hautnah die „Geburt“ eines „Steinways“ mitzuerleben. Mit Hans H. Schalkowski, „District Sales Manager Europe“ der Firma Steinway & Sons, stand der Besuchergruppe ein erprobter und erfahrener Kenner der Betriebsabläufe zur Verfügung. Während einer etwa zweieinhalb stündigen Führung durch das Gewirr von Räumen, Hallen und Produktionssälen konnte er den Seesenern Einblicke in Arbeiten geben, an deren Ende ein fertiges Musikinstrument steht.
Neben all den Beschreibungen der einzelnen Arbeitsschritte, wurde den Zuhörern immer wieder klar, mit welcher Leidenschaft sich jeder einzelne Mitarbeiter an seinem Platz in die Herstellung der Instrumente einbringt. In Hamburg werden über 400 Mitarbeiter beschäftigt. Die hergestellten Produkte umfassen sieben Flügel- und zwei Klaviermodelle, von denen im Jahr etwa 1200 gefertigt werden. Steinway & Sons Hamburg versorgt den Weltmarkt über 90 autorisierte Fachhändler. Die USA, Kanada und Südamerika werden von Steinway & Sons New York beliefert.
Es ist natürlich völlig unmöglich, im Verlauf eines Rundganges die Entstehung eines ganz bestimmten Flügels oder Klaviers zu verfolgen, dauert es doch bis zu einem Jahr, bevor aus edlen Hölzern und der Kunst des Klavierbaus ein neuer „Steinway“ entsteht.
An Hand einzelner Arbeitsschritte konnten sich die Besucher aber die Entstehung eines Steinway Instrumentes vorstellen.
Zuerst wurde das Holzlager besichtigt. Hier werden die verschiedensten Hölzer mehrere Jahre gelagert, um die Holzfeuchte abzusenken und einen natürlichen Alterungsprozess der Vollhölzer, wie Fichte und Ahorn, zu erreichen.
Es werden aber auch die Holzsorten Whitewood, Mahagoni und Bubinga verwendet. Als nächstes hatten die Mitarbeiter in einer Halle auf die Besucher gewartet, um ihnen die Herstellung des Steinway-Integralgehäuses, auch Rim genannt, vorzuführen. Hier werden bis zu 18 Hartholz-Schichten miteinander verleimt und anschließend unter Spannung zu der ästhetisch-ansprechenden Form eines Flügels gebogen.
Das Gehäuse bietet eine solide Grundlage für den Einbau aller Konstruktionselemente. Nach einer halbjährigen Lagerung wird die durch den Leimauftrag eingebrachte Feuchtigkeit auf das vorgeschriebene Maß reduziert und das Gehäuse kann weiter verarbeitet werden.
Es folgten Einblicke in die Fertigung des Resonanzbodens, als einem der wichtigsten Bestandteile des Klangkörpers, des Stimmstocks, der aus sechs Hartholzschichten besteht und des Querblocks, der nicht nur dem Resonanzboden Halt gibt, sondern auch die enormen Saitenzugkräfte aufnimmt.
Der Seesener Gruppe wurde deutlich, dass ein „Steinway“ nicht von ungefähr ein „Steinway“ ist. Mit dem Besuch des Auswahlsaales, in dem die Produktionspalette präsentiert wird, endete schließlich der Rundgang durch ein Unternehmen, das so eng mit der Geschichte der Harzstadt Seesen verbunden ist.

Fähigkeiten

Gepostet am

Januar 28, 2015

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